Zum Inhalt springen
fussboden-ratgeber.de

Ratgeber & Wissen Redaktion fussboden-ratgeber.de · Stand

Parkett QNG: Was das Siegel für Parkett bedeutet

Inhalt 11 Abschnitte

Was ist das QNG?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude, kurz QNG, ist ein staatliches Gütesiegel für die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit von Gebäuden. Es bewertet verschiedene Aspekte der Bauweise und der Nutzung. Die Hauptziele sind umweltfreundliche, energieeffiziente und ressourcenschonende Gebäude.

Das QNG kennt zwei Qualitätsniveaus:

  • QNG-PLUS: Das Niveau stellt zusätzliche Anforderungen an die Nachhaltigkeit.
  • QNG-PREMIUM: Dieses Niveau stellt noch höhere Anforderungen.

Das QNG sorgt für einheitliche Kriterien, die für Fördermittel von Bedeutung sind. Mit dem Siegel können Bauherren unter bestimmten Voraussetzungen zinsgünstige Förderkredite für klimafreundliche Gebäude nutzen. Aktuelle Bedingungen und Beträge nennen die Förderstellen.

Bedeutung für Bauherren

Für Bauherren ist das QNG vor allem wegen der Förderung wichtig. Das KfW-Förderprogramm für den klimafreundlichen Neubau knüpft Kredite an das QNG. Ob und in welcher Höhe eine Förderung möglich ist, hängt von den jeweils geltenden Förderbedingungen ab. Prüfen Sie diese vor der Planung bei der KfW oder bei einer Energieberatung.

Die Voraussetzungen für die Zertifizierung sind definiert. Das Projekt muss die Anforderungen eines registrierten Bewertungssystems für nachhaltiges Bauen erfüllen. Die Anforderungen werden von Zeit zu Zeit angepasst. Maßgeblich ist daher immer die aktuelle Fassung des QNG-Handbuchs.

Vorteile und Nachteile von Parkett im QNG-Kontext

Aspekt Vorteile Nachteile
Nachhaltigkeit Holz ist ein nachwachsender Rohstoff; die Herkunft lässt sich über FSC oder PEFC belegen. Zertifiziertes Holz und Nachweise können mehr kosten.
Gesundheit Schadstoffarmut laut Herstellerangabe prüfen, z. B. Blauer Engel. Frisches Holz und Lacke können anfangs riechen.
Ästhetik Vielfältige Designs und Oberflächenbehandlungen verfügbar. Die Wahl der Oberfläche ist nicht leicht.
Verlegung Viele Parkettarten gibt es mit Klicksystem, das sich schwimmend verlegen lässt. Anforderungen an den Untergrund müssen beachtet werden.
Fördermöglichkeiten Kann bei der Erfüllung der QNG-Anforderungen helfen, wenn die Nachweise vorliegen. Die Beantragung von Fördermitteln ist aufwendig.

Rolle des Parkettbodens beim QNG

Beim QNG zählt der Bodenbelag als Teil der Baustoffe. Um das Siegel zu erhalten, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden, die auch den Parkettboden betreffen.

Zu den Anforderungen gehören unter anderem:

  • Treibhausgasemissionen und Energiebedarf: Betrachtet wird die Ökobilanz des gesamten Gebäudes, zu der auch der Bodenbelag beiträgt.
  • Nachhaltige Materialgewinnung: Für Holz sind Nachweise aus kontrollierter Forstwirtschaft gefragt, zum Beispiel FSC oder PEFC.
  • Schadstoffvermeidung in Baumaterialien: Produkte sollen die Anforderungen an Schadstoffe einhalten. Hinweise liefern Siegel wie der Blaue Engel oder EMICODE.
  • Barrierefreiheit: Der Bodenbelag sollte auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nutzbar sein, etwa durch schwellenarme Übergänge.
  • Naturgefahren am Standort: Die Auswahl der Baustoffe berücksichtigt die Gegebenheiten am Standort.

Für Holzfußböden sind vor allem die Materialgewinnung und die Schadstoffvermeidung wichtig. Welches Parkett diese Anforderungen im Einzelfall erfüllt, belegen die Nachweise des Herstellers.

Nachhaltige Materialgewinnung

Bei der nachhaltigen Materialgewinnung geht es um die Herkunft des Holzes. Zertifizierungen wie FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) belegen, dass das Holz aus Wäldern stammt, die nach festgelegten ökologischen und sozialen Standards bewirtschaftet werden.

Ein weiterer Aspekt ist die Vermeidung von Übernutzung: Nachhaltige Bewirtschaftung heißt, dass nicht mehr Holz geerntet wird, als nachwächst.

Das QNG verlangt für Holz Nachweise zur Herkunft, die bei QNG-PREMIUM strenger sind als bei QNG-PLUS. Die Höhe der geforderten Anteile steht im aktuellen QNG-Handbuch.

Wichtig ist, dass der Nachweis für das konkrete Produkt gilt. Fragen Sie beim Hersteller nach der Zertifikatsnummer und prüfen Sie sie in der Datenbank der Zertifizierungsstelle.

Schadstoffvermeidung in Baumaterialien

Schadstoffvermeidung betrifft die Gesundheit der Bewohner und die Umwelt. Im QNG-Kontext geht es unter anderem um flüchtige organische Verbindungen (VOCs), die bei Bau- und Renovierungsprodukten aus Klebstoffen, Lacken oder Ölen in die Raumluft gelangen können. Deshalb sind Produkte mit geprüfter Emissionsarmut gefragt.

Bauherren und Planer können auf folgende Punkte achten:

  • Produktauswahl: Prüfen Sie, ob Produkte mit Umweltzeichen wie dem Blauen Engel oder EU-Ecolabel ausgezeichnet sind. Die Siegel haben eigene Kriterien, die Sie auf den Seiten der Siegelgeber nachlesen können.
  • Transparente Informationen: Achten Sie darauf, dass die Hersteller Informationen über die Inhaltsstoffe bereitstellen, zum Beispiel im Sicherheitsdatenblatt oder in Umweltproduktdeklarationen.

Das gilt nicht nur für das Parkett selbst, sondern auch für Klebstoffe, Lacke, Öle und Spachtelmassen. Sie gehören bei einem geklebten oder versiegelten Boden zum Bodenaufbau.

Parkett für QNG-Projekte auswählen

Wer Parkett oder andere Bodenbeläge für ein QNG-Projekt sucht, sollte die Nachweise des Herstellers prüfen. Hersteller werben mit Begriffen wie „QNG-ready“. Ob ein Produkt die Anforderungen erfüllt, zeigen aber nur die Dokumente zum konkreten Produkt.

Diese Unterlagen sind hilfreich:

  • Holzherkunft: FSC- oder PEFC-Nachweis mit Zertifikatsnummer für das Produkt.
  • Emissionen: Prüfzeugnis oder Siegel wie Blauer Engel oder EMICODE für Parkett, Lack und Klebstoff.
  • Umweltproduktdeklaration (EPD): Sie liefert Daten für die Ökobilanz des Gebäudes.
  • Datenblatt: Aufbau, Nutzschicht, Oberflächenbehandlung und Hinweise zur Verlegung.

Qualitätsmerkmale beim Parkett

Unabhängig vom QNG helfen diese Merkmale bei der Auswahl:

  • Aufbau: Massivparkett oder Mehrschichtparkett. Die Dicke der Nutzschicht entscheidet darüber, wie oft sich der Boden abschleifen lässt.
  • Oberfläche: Geölt oder lackiert. Geöltes Parkett wird nachgeölt, lackiertes nicht. Das beeinflusst die Pflege.
  • Holzart und Sortierung: Sie bestimmen Optik und Härte.
  • Verlegesystem: Parkett lässt sich schwimmend mit Klicksystem, verklebt oder genagelt verlegen. Die Verlegeanleitung des Herstellers gibt die zulässigen Untergründe vor.

Zusatzprodukte

Zum Parkett gehören Zusatzprodukte, die Einbau und Komfort betreffen:

  • Trittschalldämmung: Sie dämpft Geräusche und mindert die Schallübertragung zwischen den Räumen. Sie ist besonders in Mehrfamilienhäusern wichtig.
  • Randleisten: Sie bilden einen sauberen Abschluss und verdecken die Dehnungsfuge am Rand. Es gibt sie in verschiedenen Designs und Materialien.
  • Kleber: Für verklebtes Parkett gibt es spezielle Klebstoffe. Wählen Sie emissionsarme Produkte und beachten Sie die Herstellerangaben zu Untergrund und Verarbeitung.

Die Zusatzprodukte sollten zum Parkett und zum Bodenbelag passen. Wenn Sie nach QNG bauen, gilt das auch für sie.

Schlussfolgerung

Parkett kann zu einem QNG-Projekt beitragen, wenn Holzherkunft und Schadstoffarmut belegt sind. Das QNG selbst ist ein Gebäudesiegel und kein Produktsiegel. Es kommt auf die Nachweise zum konkreten Produkt an.

Für Bauherren heißt das: Klären Sie zuerst Förderbedingungen und Anforderungen, wählen Sie dann Parkett mit FSC- oder PEFC-Nachweis und emissionsarmen Oberflächen, und lassen Sie sich Datenblatt und Zertifikate geben.

Häufige Fragen zu den Vorteilen von QNG-zertifiziertem Parkett

Was sind die Umweltvorteile von QNG-zertifiziertem Parkett?

Das QNG ist ein Gebäudesiegel, kein Produktsiegel. Für Parkett zählt vor allem, dass die Holzherkunft belegt ist, zum Beispiel durch FSC oder PEFC mit Zertifikatsnummer.

Wie trägt QNG-zertifiziertes Parkett zur Verbesserung der Raumluftqualität bei?

Entscheidend ist ein geringer Schadstoffausstoß; achten Sie auf Emissionssiegel wie den Blauen Engel.

Welche finanziellen Vorteile bietet QNG-zertifiziertes Parkett?

Das Parkett selbst bringt keine Förderung. Das QNG des Gebäudes kann Voraussetzung für zinsgünstige Förderkredite sein. Die aktuellen Bedingungen nennen die Förderstellen.

Wie unterscheidet sich Parkett für QNG-Projekte von herkömmlichem Parkett?

Die Anforderungen betreffen Nachweise zu Holzherkunft und Schadstoffen, nicht die Qualität des Bodens selbst. Aufbau, Nutzschicht und Oberfläche entnehmen Sie dem Datenblatt des Herstellers.

Wie wird Parkett verlegt?

Parkett lässt sich je nach Produkt schwimmend mit Klicksystem, verklebt oder genagelt verlegen. Die Verlegeanleitung des Herstellers nennt die zulässigen Untergründe.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

Mehr aus Ratgeber & Wissen