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Gesundheit & Nachhaltigkeit Redaktion fussboden-ratgeber.de · Stand

PVC Boden ohne Chlor: Was der Begriff bedeutet und welche Alternativen es gibt

Inhalt 9 Abschnitte

PVC Boden ohne Chlor: Was der Begriff bedeutet

Bei einem PVC Boden ohne Chlor lohnt zuerst ein Blick auf die Chemie: PVC steht für Polyvinylchlorid, der Kunststoff enthält also zwingend Chlor. Ein Boden, der tatsächlich chlorfrei ist, besteht deshalb nicht aus PVC. Wenn ein Produkt mit „chlorfrei“ oder „PVC-frei“ beworben wird, handelt es sich meist um einen anderen Werkstoff, zum Beispiel Linoleum, Kautschuk oder einen Belag auf Basis von Polyolefinen oder Polyurethan.

Sie sollten die Werbeaussage daher prüfen: Was ist genau gemeint? Das Datenblatt oder die Umweltproduktdeklaration (EPD) des Herstellers nennt den Werkstoff und die Zusätze. Eine pauschale Aussage über Gesundheit oder Umwelt lässt sich daraus nicht ableiten.

  • Klar benannter Werkstoff: Der Hersteller nennt, woraus der Belag besteht.
  • Weichmacher: Auch bei PVC-Böden gibt es Produkte, die ohne bestimmte Weichmacher auskommen. Das steht in den Herstellerangaben.
  • Emissionen: Siegel wie der Blaue Engel oder EMICODE zeigen, ob ein Boden wenig flüchtige organische Verbindungen (VOCs) abgibt. Das Siegel muss für das gewählte Produkt gelten.
  • Eignung: Nutzungsklasse, Rutschhemmung und Raumfreigabe stehen im Datenblatt.

Zum Aufbau eines klassischen PVC-Bodens lesen Sie auch den Beitrag zum PVC Boden in Anthrazit. Einen Überblick über Gesundheits- und Umweltfragen bei Bodenbelägen bietet der Ratgeber zu Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Vor- und Nachteile chlorfreier Alternativen

Vorteile Nachteile
Kein Chlor im Werkstoff, wenn der Belag nicht aus PVC besteht Preise unterscheiden sich je nach Werkstoff, teils höher als bei PVC
Je nach Werkstoff Naturmaterialien wie Leinöl, Kork oder Holzmehl (Linoleum) Pflegehinweise unterscheiden sich vom PVC-Boden
Emissionssiegel für viele Produkte verfügbar Auswahl an Dekoren und Formaten kann kleiner sein
Viele Beläge mit Nutzungsklassen für Wohn- und Gewerbebereiche Verfügbarkeit hängt vom Handel ab
Pflegeleichte Oberflächen bei vielen Produkten Eignung für Feuchträume nur nach Herstellerangabe

Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit

Ob ein Boden umweltfreundlicher ist, hängt von mehr ab als vom Chlor. Entscheidend sind Rohstoffe, Herstellung, Emissionen, Nutzungsdauer und Entsorgung. Eine pauschale Aussage über „chlorfreie Böden“ ist deshalb nicht möglich.

  • Rohstoffe: Linoleum besteht überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen wie Leinöl, Holzmehl und Jute. Andere chlorfreie Beläge basieren auf Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen.
  • Recycling: Ob ein Hersteller Rücknahme oder Recycling anbietet, steht in seinen Angaben.
  • Umweltproduktdeklaration: Die EPD nennt Daten zum Energieeinsatz und zu den Emissionen bei der Herstellung.
  • Herstellerangaben: Prüfen Sie Zertifikate und Siegel, statt sich auf allgemeine Aussagen zu verlassen.

Gerüche bei neuen Bodenbelägen

Neue Bodenbeläge, Kleber und Unterlagen können in den ersten Tagen und Wochen riechen. Das liegt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs), die entweichen. Wie stark, hängt vom Produkt und von den verwendeten Klebern ab. Siegel wie der Blaue Engel oder EMICODE geben Hinweise auf geringe Emissionen.

Hilfreich sind einfache Maßnahmen:

  • Lüften: Sorgen Sie nach der Verlegung für gute Belüftung, damit Gerüche abziehen.
  • Reinigen: Halten Sie den Boden sauber, damit Staub und Schmutz keine zusätzlichen Gerüche binden.
  • Feuchtigkeit: Lassen Sie keine Nässe auf dem Boden stehen.
  • Reiniger: Verwenden Sie die vom Hersteller freigegebenen Reinigungsmittel.

Bleiben Gerüche länger bestehen, fragen Sie den Hersteller oder einen Fachbetrieb.

Haltbarkeit und Pflege

Wie lange ein Boden hält, hängt von Werkstoff, Nutzschicht, Beanspruchung und Pflege ab. Eine feste Jahreszahl lässt sich nicht nennen.

  • Nutzungsklasse: Sie zeigt, für welche Beanspruchung der Belag gedacht ist (EN ISO 10874). Das Datenblatt nennt sie.
  • Reinigung: Saugen oder kehren Sie regelmäßig und wischen Sie nebelfeucht mit einem vom Hersteller freigegebenen Reiniger.
  • Feuchtigkeit: Ob ein Belag für Küche oder Bad freigegeben ist, steht im Datenblatt.
  • Pflegefilme und Beschichtungen: Setzen Sie nur ein, was der Hersteller ausdrücklich empfiehlt.

Für fugenlose Böden in Küche und Bad ist auch der Beitrag zum Küchenboden aus Harz eine Orientierung.

Kosten im Vergleich zu herkömmlichem PVC

Chlorfreie Alternativen sind teils teurer, teils vergleichbar im Preis, je nach Werkstoff und Qualität. Vergleichen Sie nicht nur den Quadratmeterpreis, sondern auch Nutzungsklasse, Garantie, Pflegeaufwand und die Kosten für Untergrund, Kleber und Leisten. Staatliche Förderungen für Bodenbeläge gibt es in der Regel nicht; für Sanierungsmaßnahmen prüfen Sie die jeweils aktuellen Programme.

Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Räumen

Welcher Belag in welchem Raum passt, entscheidet die Herstellerangabe:

  • Wohnräume: Wohn- und Schlafzimmer, Flure. Viele Designs sind erhältlich.
  • Küche: Wählen Sie einen Belag, den der Hersteller für Küchen freigibt, und achten Sie auf die Rutschhemmung.
  • Bad: Nur mit ausdrücklicher Herstellerfreigabe für Feuchträume und mit dichten Randanschlüssen.
  • Gewerbe und öffentliche Bereiche: Hier zählen die gewerbliche Nutzungsklasse und die Anforderungen an Rutschhemmung und Brandverhalten, die der Hersteller im Datenblatt ausweist.

Materialien und Siegel im Überblick

Bei der Auswahl helfen Angaben, die sich prüfen lassen:

  • Werkstoff: PVC, Linoleum, Kautschuk, Polyolefin oder Polyurethan. Der Hersteller benennt ihn.
  • Weichmacher: Manche PVC-Böden werden ohne bestimmte Weichmacher hergestellt. Die Angabe steht im Datenblatt.
  • Recycling: Einige Hersteller nehmen Reste oder Altböden zurück.
  • Zertifikate: Umweltzeichen wie der Blaue Engel oder Emissionssiegel wie EMICODE gelten nur für das jeweilige Produkt.
  • Dekor: Holz-, Stein- oder Fliesenoptik gibt es bei vielen Werkstoffen. Hinweise zur Pflege von hellen Belägen finden Sie im Beitrag Pflege und Auswahl von hellem Teppichboden.

Fragen Sie im Zweifel den Hersteller nach dem Datenblatt und den Nachweisen.

Häufige Fragen zu PVC Boden ohne Chlor

Gibt es PVC Boden ohne Chlor?

Nein. PVC steht für Polyvinylchlorid und enthält Chlor. Chlorfreie Bodenbeläge bestehen aus anderen Werkstoffen, etwa Linoleum, Kautschuk oder Polyolefin.

Woran erkennen Sie einen schadstoffarmen Bodenbelag?

Emissionssiegel wie der Blaue Engel oder EMICODE geben Hinweise auf geringe Emissionen. Das Siegel muss für das gewählte Produkt gelten.

Ist ein chlorfreier Boden automatisch umweltfreundlicher?

Nein, das lässt sich nur am einzelnen Produkt beurteilen. Rohstoffe, Herstellung, Emissionen, Nutzungsdauer und Entsorgung sind entscheidend; die Umweltproduktdeklaration (EPD) liefert Daten.

Welche Nachteile können chlorfreie Alternativen haben?

Je nach Werkstoff können Preis, Dekorauswahl und Pflegehinweise vom PVC-Boden abweichen. Prüfen Sie das im Datenblatt.

Wie pflegen Sie solche Böden richtig?

Saugen oder kehren Sie regelmäßig und wischen Sie nebelfeucht mit einem vom Hersteller freigegebenen Reiniger. Lassen Sie keine Nässe stehen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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