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Bodenpflege & Reinigung Redaktion fussboden-ratgeber.de · Stand

Laminat Pflege Öl: Warum Laminat kein Öl braucht

Inhalt 9 Abschnitte

Kurz gesagt: Öl gehört nicht auf Laminat

Wer nach einem Pflegeöl für Laminat sucht, will den Boden schützen und länger schön halten. Gerade dafür ist Öl das falsche Mittel. Der Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller (EPLF) schreibt in seinem technischen Merkblatt für Fachleute zur Reinigung und Pflege (Deutsche Ausgabe 06/2022), dass Laminat „aufgrund seiner hochundurchlässigen, chemisch gebundenen Oberfläche“ keine Behandlung mit Mitteln braucht, die einen Film auf der Oberfläche bilden.

Noch deutlicher wird das Merkblatt für den häuslichen Bereich (ebenfalls 06/2022): Laminat mit Melaminharzoberfläche „sollte nicht mit filmbildenden Reinigungs- und Pflegemitteln, Polituren oder Bienenwachs behandelt werden“. Dort steht auch: „Schleifen, lackieren oder wachsen Sie Ihren Laminatfußboden nicht.“ Das Merkblatt für Fachleute schließt außerdem Polymerreiniger mit Filmbildung, Wasch- und Schmierseifen sowie Bohnerwachse und Spezialpolituren aus, „wie sie üblicherweise für Holzböden verwendet werden“.

Öl nennen beide Merkblätter nicht wörtlich. Ein Pflegeöl bleibt auf Laminat aber genauso als Film auf der Oberfläche liegen wie Wachs. In der Fleckentabelle des Merkblatts für Fachleute steht Öl sogar auf der Seite der Verschmutzungen, die entfernt werden.

Warum Öl auf Laminat nicht wirkt

Ein Pflegeöl für Parkett wirkt, weil es in das offenporige Holz einzieht und dort aushärtet. Laminat hat diese Poren nicht. Seine Nutzschicht ist eine dichte, harzgebundene Deckschicht über dem Dekor. Was man aufträgt, bleibt deshalb obenauf liegen.

Das EPLF beschreibt die Folge genau: Mittel, die einen Film bilden, „können die dichte Oberfläche von Laminatfußböden nicht durchdringen und haften daher schlecht oder gar nicht auf der Oberfläche“. Sie verursachen „unansehnliche Flecken, Schlieren oder Spuren“. Ein solcher Film hält außerdem neuen Schmutz fest.

Auch gegen Feuchtigkeit hilft Öl nicht. Empfindlich ist bei Laminat nicht die Oberfläche, sondern die Trägerplatte aus Holzwerkstoff. Das Merkblatt hält fest, dass diese Platten unter Feuchtigkeit quellen und schwinden. Wasser dringt über die Fugen ein, und dort schützt kein Film. Was hilft, ist wenig Wasser beim Wischen.

Die Ausnahme: lackiertes Laminat

Eine Bauart behandelt das Merkblatt gesondert: direkt bedruckte Böden mit lackierter Oberfläche (PDL-Laminat nach EN 15468). Für sie empfiehlt das EPLF dieselben Pflegemittel wie für lackiertes Parkett. Gemeint sind Mittel für lackierte Oberflächen, nicht Öl, das für offenporiges, geöltes Holz gedacht ist. Welche Bauart Sie verlegt haben, steht in den Unterlagen des Herstellers. Dessen Pflegeanleitung hat immer Vorrang.

Öl und Hartwachsöl gehören auf geöltes Parkett. Wie sich geölte und lackierte Holzböden unterscheiden, lesen Sie in unserem Beitrag zu Parkett geölt oder lackiert.

So pflegen Sie Laminat richtig

Die Hinweise folgen den EPLF-Merkblättern. Sie ergänzen die Anleitung des Herstellers, ersetzen sie aber nicht.

  1. Schmutz gar nicht erst hereintragen: Laut Merkblatt ist die Vermeidung von Schmutz die wirksamste Pflege. Sand und kleine Steine unter den Schuhsohlen verkratzen die Oberfläche. Eine Türmatte am Eingang fängt den groben Schmutz ab.
  2. Möbel und Rollen schützen: Unter Tisch-, Stuhl- und Schrankfüße gehören Filzgleiter. Bürostühle brauchen weiche Rollen, die man an ihrer zweifarbigen Lauffläche erkennt.
  3. Trocken reinigen: Für den Alltag genügen ein Staubsauger mit Hartbodendüse oder ein trockener Wischmopp. Einen Besen hält das Merkblatt für Fachleute für ungeeignet, weil er den Staub nur aufwirbelt.
  4. Nebelfeucht wischen: Bei stärkerem Schmutz wischen Sie mit einem gut ausgewrungenen Tuch, das nicht tropfend nass sein darf. Ins Wasser kommt etwas Laminatreiniger. Danach mit einem trockenen Tuch nachwischen, damit keine Feuchtigkeit stehen bleibt.
  5. Keinen Dampfreiniger verwenden: „Dampfreiniger sind für Laminatfußböden aller Art nicht geeignet“, heißt es im Merkblatt für den häuslichen Bereich. Der heiße Dampf greift unter anderem den Leim an.
  6. Raumklima beachten: Als ideal nennt das Merkblatt für Fachleute 18 bis 25 °C bei 40 bis 70 % relativer Luftfeuchte; das Merkblatt für den häuslichen Bereich nennt 50 bis 70 %. In trockener Heizungsluft schwindet der Boden, und die Fugen werden sichtbarer.

Welche Reiniger und Geräte sich im Alltag bewähren, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Laminat reinigen.

Flecken entfernen: die Tabelle des EPLF

Verschmutzung Vorgehen laut EPLF
Gummiabrieb, Absatzspuren, Straßenschmutz, Farbstifte, Ölkreide nach dem Trocknen mit einem weißen Nylonpad abreiben
Früchte, Beeren, Milch, Bier, Wein, Tee, Softdrinks sofort mit einem saugfähigen Tuch abwischen oder nach dem Trocknen mit Laminatreiniger wischen, dann trockenwischen
Urin, Blut sofort feucht abwischen, nach dem Trocknen mit einem trockenen Nylonpad abreiben, Reste mit Laminatreiniger entfernen, dann trockenwischen
Öl, Teer, Fett, Kohlepapier, Farbband mit einem in wenig Lösungsmittel getränkten Tuch abwischen (z. B. Aceton, Nagellackentferner), nur auf der Fleckstelle, Sicherheitshinweise beachten
Schokolade, Fettfilm, Speiseöl mit einem geeigneten Laminatreiniger

Was tun, wenn schon Öl auf dem Laminat ist?

Haben Sie den Boden bereits geölt oder gewachst, bleibt der Film auf der Oberfläche liegen. Nach der Fleckentabelle des EPLF entfernen Sie einen Fettfilm mit einem geeigneten Laminatreiniger. Wischen Sie dafür in mehreren Durchgängen nebelfeucht und danach jeweils trocken nach.

Hartnäckige Ölreste gehören in die Zeile „Öl, Teer, Fett“ der Tabelle: eine kleine Menge Lösungsmittel, nur auf der betroffenen Stelle und nur kurz. Das Merkblatt warnt ausdrücklich, dass Alkohol und Lösungsmittel den Leim im Nut-und-Feder-System beschädigen können. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller Ihres Bodens nach, bevor Sie größere Flächen behandeln.

Fazit

Laminat braucht kein Pflegeöl. Wer es schonen will, hält Sand fern, setzt Filzgleiter ein, reinigt trocken und wischt bei Bedarf nebelfeucht mit etwas Laminatreiniger. Öl, Wachs, Seife und Polituren hinterlassen auf der dichten Oberfläche nur einen schmierigen Film. Der einzige Sonderfall ist lackiertes Laminat. Es wird wie lackiertes Parkett gepflegt, und auch hier ohne Öl.

Quellen

Beide Merkblätter sind nach eigener Angabe unverbindliche Ergänzungen zu den Pflegeanleitungen der Hersteller.

Häufige Fragen zu Laminat und Pflegeöl

Darf man Laminat ölen?

Nein. Laut EPLF-Merkblatt 06/2022 hat Laminat eine hochundurchlässige, chemisch gebundene Oberfläche, die keine filmbildenden Mittel braucht. Öl zieht nicht ein, bleibt als Film liegen und hinterlässt Flecken und Schlieren.

Womit pflegt man Laminat stattdessen?

Im Alltag mit Staubsauger oder trockenem Wischmopp, bei stärkerem Schmutz mit einem gut ausgewrungenen Tuch und etwas Laminatreiniger im Wasser. Danach trocken nachwischen. Dampfreiniger sind ungeeignet.

Schützt Öl Laminat vor Feuchtigkeit?

Nein. Empfindlich ist die Trägerplatte aus Holzwerkstoff, und Wasser gelangt über die Fugen an sie heran. Den besten Schutz bietet wenig Wasser beim Wischen.

Wie bekomme ich einen Ölfilm wieder vom Laminat?

Einen Fettfilm entfernt man laut Merkblatt mit einem geeigneten Laminatreiniger, nebelfeucht und in mehreren Durchgängen. Hartnäckige Ölreste behandelt man nur punktuell mit wenig Lösungsmittel, denn Lösungsmittel können den Leim in den Fugen angreifen.

Gilt das auch für lackiertes Laminat?

Direkt bedrucktes Laminat mit lackierter Oberfläche (EN 15468) pflegt man nach dem EPLF wie lackiertes Parkett, also ebenfalls ohne Öl. Maßgeblich ist die Pflegeanleitung des Herstellers.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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